aula Crowdfunding gestartet

gemeinschaftscrowd collage

Worum geht es?  

Schule ist mehr als Mathe und Deutsch. Mit aula könne SchülerInnen eigene Ideen zur Gestaltung ihrer Schule verwirklichen und so demokratische Beteiligung direkt erfahren. Vier mutige Schulen in Hamburg, Jena, Nottuln und Freiburg sind aktuell dabei aula in ihren Schulalltag zu integrieren und dabei wollen wir ihnen helfen! Damit die SchülerInnen den Erfolg einer Idee vom ersten Gedanken bis zur Umsetzung erleben zu können, sollen sie ein eigenes Budget bekommen. Dafür brauchen wir Eure Unterstützung!

Wie funktioniert es?

Auf www.gemeinschaftscrowd.de hat jede Schule ihre eigene Crowdfunding- Seite. Jeder Euro, den Ihr spendet, wird freundlicherweise von der Stiftung GLS Treuhand  bis insgesamt 3000 Euro gematcht, das heißt: verdoppelt. Alles was darüber hinaus durch Euch zusammenkommt ist natürlich ebenfalls sehr willkommen! 100% der gespendeten Summe geht dann direkt an die SchülerInnen der jeweiligen Schule.

 

Ihr wollt direkt zum Crowdfunding einer Schule? 

Das Crowdfunding der Stadtteilschule am Hafen in Hamburg findet ihr hier.

Das Crowdfunding der Jenaplanschule in Jena findet ihr hier.

Das Crowdfunding des Gymnasiums in Nottuln findet ihr hier

Das Crowdfunding der Pestalozzi-Schule Freiburg findet ihr hier.

Einführung von aula in Nottuln

Tief im Westen,  eine halbe Stunde von Münster entfernt – liegt die Gemeinde Nottuln. Mit gerade einmal 20.000 EinwohnerInnen ist Nottuln unser „ländlichster“ aula-Standort. Für uns ist das Gymnasium Nottuln eine Chance  zu testen, ob und wie aula funktioniert, wenn es (zunächst) nur von einem Teil der Schule genutzt wird. Als Motor für die Einführung von des Projekts in Nottuln fungierte der Leistungskurs Sozialwissenschaften und einige weitere Klassen und Kurse.

nottuln schildDas Gymnasium in der westfälischen Gemeinde erinnert mit seinen zahlreichen Pavilions und den dazwischen gelegenen Pausenhöfen an eine amerikanische Highschool. Die SchülerInnen sind politisch sehr aktiv und veranstalten beispielsweise regelmäßig das „Polit-Café„.

Das aula-Projekt startete in Marina und Alexa in NottulnNottuln etwas verspätet im  Oktober mit einem sehr gut besuchten Workshop für ModeratorInnen. Das aula-Team zeigte den SchülerInnen nicht nur die einzelnen Funktionen und künftigen Aufgaben, sondern diskutierte mit den Anwesenden auch über den aula-Vertrag, der zwischen den SchülerInnen, LehrerInnen und der Schulleitung geschlossen wird und die Rahmenbedingungen an der Schule absteckt.

Mitte November gaben Alexa und Daniel an zwei Tagen in mehreren Doppelstunden die Einführungsworkshops für alle Beteiligten. Es gab eine rege Diskussion über Schülermitbestimmung und – nach einer ersten Einführung in die Software – auch die ersten Ideen, wie das Gymnasium Nottuln und die teilnehmenden Kurse verbessert werden könnten.

Gestartet sind wir mit rund 10 Kursen, die aula in ihren Schulalltag integrieren wollten. Bei jedem Besuch wuchs das Interesse und immer mehr SchülerInnen und LehrerInnen schließen sich dem aula Projekt an. Momentan werden die ersten Ideen ausgearbeitet.

 

Einführung von aula in Hamburg

Unsere Perle im Norden ist Hamburg. An der Stadtteilschule am Hafen, die auf verschiedene Standorte in der Stadt verteilt ist, nimmt die komplette Oberstufe am Projekt aula teil. Direkt hinter dem Stadion des FC St. Pauli bereiten sich hier Schülerinnen und Schüler auf ihr Abitur vor. Bei der Auswahl der Pilotschulen war es uns wichtig, stellvertretend für die heterogene Schullandschaft in Deutschland, unterschiedliche Schultypen, Regionen und Herausforderungen abzubilden. Die kulturelle Vielfalt der  Stadtteilschule am Hafen mit ihren Stärken und Schwächen macht sie besonders spannend für unser Projekt.

Wie in Freiburg startete das aula Projekt in Hamburg im September. Zwei Tage lang gaben das aula-Team mehrere Einführungsworkshops in den jeweiligen Jahrgangsstufen. Den Anfang bildete ein kleines Planspiel, bei dem die Schülerinnen und Schüler das Liquid Democracy-Prinzip kennen lernten. Nach einigen Worten zur demokratischen Mitbestimmung, stellten Marina,  Alexa und Daniel die Grundfunktionen der Plattform vor. Die Schülerinnen und Schüler durften anschließend die Software selbst entdecken und begannen ihre ersten eigenen Ideen zu entwickeln.

In den folgenden Wochen bekamen die (Schüler-)Moderatorinnen und Moderatoren eine Extra-Schulung in einer Doppelstunde. Die kleine Gruppe wird künftig erste Anlaufstelle für Fragen der Schülerinnen und Schüler sein und administrative Aufgaben in Hamburg übernehmen.

Ende Januar waren wir noch einmal in Hamburg. Nachdem es kleine Verzögerungen gab, wird aula jetzt im zweiten Halbjahr in den Schulalltag eingebunden. Oliver Ostmann, Lehrer und aula-Ansprechpartner an der Stadtteilschule am Hafen, über den aktuellen Stand in Hamburg:

Einführung von aula in Freiburg

Im September und Oktober ist das aula Projekt auch an der Pestalozzi-Realschule in Freiburg angelaufen. „All-In“ heißt es an unserer südlichsten Pilotschule, denn hier ist die komplette Schule dabei. Von der 5. bis zur 10. Klasse – über 250 Schülerinnen und Schüler nehmen damit in Freiburg am Projekt aula teil. Die aula-Einführung dauerte deshalb in Freiburg etwas länger.

In zahlreichen Workshops über mehrere Tage hinweg besuchten Alexa Schaegner und Daniel Schumacher jede einzelne Klasse. Sie gaben jeweils in einer Doppelstunde am Anfang einen kurzen Einblick in die Theorie. Anhand kleinerer Beispiele und einem Gedankenspiel erörterten Alexa und Daniel die Bedeutung von Demokratie und (Schüler-)Mitbestimmung. Im Mittelpunkt der Einführungsworkshops stand die praktische Arbeit mit der Software. Nachdem sich alle Schülerinnen und Schüler das erste Mal eingeloggt hatten, konnten sie erste Ideen auf der Plattform einstellen.

Die Ideen reichten von einem „Snackautomaten“ über einen neuen Fußballplatz bis hin zur Handynutzung im Unterricht. Interessant war die Vielfalt der Ideen und gleichzeitig die Homogenität, die einige Vorschläge von der 5. bis zur 10. Klasse aufweisten. Die Plattform kam bei den Jugendlichen sehr gut an, durch die einfache Handhabung konnten die Schülerinnen und Schüler die meisten Funktionen selbst entdecken.

Nach den Einführungsveranstaltungen arbeiteten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern verschiedene Entwürfe für den aula-Vertrag, welcher die Rahmenbedingungen für das Projekt setzt. Die Schulleitung in Freiburg unter Rektor Carlos Santos-Nunier entschied sich für den am weitesten gefassten Entwurf, sodass die Schülerschaft über viele Dinge auf aula entscheiden kann. Am 29. November startete aula in Freiburg mit einer offiziellen Auftaktveranstaltung. Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleitung erhoffen sich einiges vom Projekt. Einige Gedanken formuliert Verbindungslehrer Dejan Mihajlović im Video:

Wenn ihr mehr zum Start von aula in Freiburg wissen möchtet, könnt ihr auch den Blogpost von Dejan Mihajlović hier lesen.

Einführung von aula in Jena

Am 22. Und 23. August 2016 ist das Aula Projekt an der Jenaplan-Schule Jena offiziell gestartet. Alle SchülerInnen und Schüler ab Stufe 7 konnten sich in einem Workshop mit der dem Projekt und der Software vertraut machen.

Unterstützt von einigen Lehrern und Lehrerinnen, führten Marina Weisband und Alexa Schaegner die vier „Stammgruppen“ der Klassen 7-9, die beiden 10er Klassen und für die Oberstufe bis Stufe 13 an zwei Tagen in das Projekt ein. In jeweils einer Doppelstunde wurden die Schülerinnen und Schüler zunächst in das Thema Beteiligung und Demokratie eingeführt um dann in der zweiten Stunde direkt ganz praktisch mit der Software arbeiten zu können.

In der ersten Stunde marina-jena-1bekamen die SchülerInnen die Möglichkeit darüber zu sprechen, was an ihrer Schule sie unzufrieden macht und an welche Stelle sie sich aktuell wenden, wenn sie etwas
verändern wollen. Ein erstes Brainstorming brachte eine große Vielfalt an Ideen hervor, die SchülerInnen zur Veränderung ihrer Schule haben. Im Rahmen des „Münzspiels“ wurden die SchülerInnen an flüssige (liquid) Demokratie und die Stimmdelegation heran geführt. Während des Spiels wurden sie dazu animiert über eine fiktive Klassenfahr abzustimmen und zuvor darüber zu entscheiden, ob die eigene Stimme in Form einer Münze selbst eingesetzt oder weitergegeben wird. So wurde das Beteiligungskonzept von aula vorgestellt und anschließende Fragen geklärt.

In der zweiten Stunde durften die Schülerinnen und Schüler sich selbst an den Computer setzen und die Plattform praktisch ausprobieren. Sie bekamen ihre Zugänge und übten anhand mehrere Aufgaben, wie man eigene Ideen einstellt, Verbesserungsvorschläge schreibt, Themen zur Debatte auf den Tisch bringt, die eigene Stimme überträgt und abstimmt.

marina-jena-3Die Reaktion auf das Projekt war seitens der Schüler überwiegend positiv. Beim Brainstorming zu Beginn der Stunde waren die SchülerInnen in einigen Klassen noch zurückhaltend, entwickelten aber sehr schnell immer zahlreichere und immer kreativere Ideen. Wir gehen daher davon aus, dass ein Brainstorming innerhalb der Gruppe helfen kann, Kreativität für Visionen und Veränderungen zu wecken und es sich daher gut als Einstieg in eine solche Stunde eignet.

Das Beteiligungskonzept von aula, sowie das Prinzip der liquiden Demokratie bereitete den Schülern keine Probleme und wurde durch das Münzspiel schnell verstanden und sofort praktisch umgesetzt.

Die Schüler waren insgesamt sehr interessiert und stellen viele konstruktive Fragen, die nicht zuletzt dabei helfen das didaktische Konzept von Aula weiter zu verbessern. So wurden die gewonnen Erkenntnisse bereits in den Unterrichtsleitfaden eingearbeitet und können so bereits die nächsten Workshops bereichern.

Die größten Probleme die während des Workshops auftraten, waren technischer Natur. Gerade jene Klassen, die mit den kürzlich angeschafften Tablets arbeiteten, hatten mit einer langsamen Internetverbindung zu kämpfen.

Wie geht es weiter?

In Jena sind nun alle SchülerInnen der Stufe 7-13  mit einem Zugang zur Plattform und dem nötigen Basiswissen ausgestattet um sie zu benutzen. Auf lange Sicht ist geplant, auch die Stufen 5 und 6 mit in das Projekt einzubeziehen. Die Schulung für sie wird aber durch ältere SchülerInnen durchgeführt. Viele haben sich freiwillig gemeldet, um Teil der Projektgruppe zu sein, die aus LehrerInnen und SchülerInnen besteht und  Moderatoren-Aufgaben übernehmen und Support für MitschülerInnen anbieten wird. Die Projektgruppe wird sich erstmals am 08.09. 2016 zusammenfinden. Dann gibt es in Jena einen Workshop für künftige Moderatorinnen, in dem die Funktionsweise der Software nochmal genau erprobt wird, sodass Hilfestellung geleistet werden kann. Außerdem wird gemeinsam mit der Projektgruppe ein marina-jena-2Entwurf für jenen Vertrag erarbeitet, der regelt, was genau die SchülerInnen entscheiden dürfen und unter welchen Bedingungen. Dieser Vertrag erleichtert allen Beteiligten ihre Arbeit und soll Frust und Konflikte von vorn herein vermeiden. Der Vertrag soll Mitte September der Schulkonferenz vorgelegt werden.

Mit der Zustimmung der Schulkonferenz kann Aula in Jena in die praktische Phase übergehen und mit Ideen befüllt werden.

 

Aula Pilotschulen stehen fest

Wir freuen uns sehr, dass nun endlich unsere vier Pilotschulen feststehen, mit denen wir im kommenden Schuljahr 2016/2017 gemeinsam Pionierarbeit leisten wollen.

Die Aula Pilotschulen sind bunt gemischt,  kommen aus verschiedenen Bundesländern, haben unterschiedliche Schulformen und pädagogische Schwerpunkte und stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen. Die Aula-Pilotschulen im Überblick:

Jenaplan-Schule, Jena 

Die Jenaplan-Schule Jena (JPS) ist eine staatliche Gemeinschaftsschule in Thüringen und geht vom Kindergarten bis in die Klassenstufe 13. Die JPS folgt dem Leitgedanken einer offenen Schule mit Schulstrukturen und Unterrichtsinhalten, die Räume für individuelles und spontanes Lernen ermöglichen. Der Unterricht ist jahrgangsübergreifend, fächerübergreifend und projektorientiert organisiert. Das Konzept der JPS beruht auf den Ideen des Pädagogen Peter Petersen, der bereits 1923 den Jenaplan entwickelte. 1991 wurden seine Ideen für das pädagogische Konzept der JPS wiederentdeckt und weiterentwickelt. 2006 wurde die JPS als erste Schule mit dem deutschen Schulpreis ausgezeichnet. 

Stadtteilschule am Hafen, Hamburg 

Die Stadtteilschule am Hafen liegt im Zentrum Hamburgs und ist ein lebendiges Beispiel für eine Schule zwischen interkultureller Kompetenz und Herausforderungen. In der Stadtteilschule lernen Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen kulturellen Hintergründen und Sprachen gemeinsam. Leistungsschwächere Kinder werden genauso wie Leistungsstärkere gezielt gefördert und gefordert. Die Schulform „Stadtteilschule“ ist aus Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Aufbaugymnasien hervorgegangen. Sie ist eine Alternative zum Gymnasium und bietet alle Schulabschlüsse bis zum Abitur, das identisch mit dem Abschluss am Gymnasium ist. Die Stadtteilschule am Hafen wird Aula zunächst nur für die gymnasiale Oberstufe einsetzen.

Pestalozzi Realschule, Freiburg 

Die Pestalozzi-Schule ist eine familiär geprägte Schule in übersichtlicher Größe, die das Lernen mit Kopf, Herz und Hand lebt.  Als  weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt (WSB-Schule) legt die Schule besonderen Wert auf die Vermittlung einer gesunden und ausgewogenen Lebensweise. Schüler und Schülerinnen werden in ihrer Eigenverantwortung und Persönlichkeit gefördert und gestärkt. Darüber sind außerschulische Partner wie soziale Einrichtungen und Unternehmen in das Schulleben eingebunden und bereichern das berufsorientierte Lernangebot. Die Pestalozzi Realschule ist außerdem Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ und engagiert sich aktiv für Zivilcourage und gegen Diskriminierung.

Gymnasium Nottuln

Das Gymnasium Nottuln ist ein Gymnasium für die Jahrgänge 5 bis 12 im ländlichen Raum in der Nähe von Münster, NRW. Die Schule legt dabei Wert auf Leistung und individuelle Begabungen, auf Sozialkompetenz sowie auf Effizienz und hohe Qualität, und hat dabei den Wettbewerb und internationale Orientierung im Blick. Neben der Vorbereitung auf ein Hochschulstudium oder eine qualifizierte Berufsausbildung, hat das Gymnasium insbesondere die Entwicklung einer breitgefächerten Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zum „mündigen Menschen“ im Fokus. 2008 wurde das Gymnasium Nottuln mit dem Zertifikat „Schule der Zukunft“ für mehrere Projekte in puncto nachhaltige Entwicklung, Partizipation, Integration und Vernetzung ausgezeichnet. Am Gymnasium Nottuln wird aula im Gegesatz zu den anderen Schulen nicht verbindlich von allen Klassen, sondern auf freiwilliger Basis von einigen LehrerInnen und ihren Lerngruppen erprobt werden. Auf diese Weise wollen wir testen, wie sich das System dezentral in einen Schulalltag integrieren kann.

 

Neue Projektseite

Es gibt eine neue Projektseite. Hier wollen wir unsere Fortschritte dokumentieren und transparent zu einem Verständnis gelangen, was es braucht, um SchülerInnen die Macht über ihre eigene Schule zu geben.

Was bisher geschah:

Das Konzept ist entwickelt und mit ersten Fokusgruppen erprobt worden. Die technische Plattform wird derzeit noch programmiert. Ein Beirat mit Experten aus Schule und Wissenschaft berät aula bei der Arbeit.
Jetzt suchen wir vier Pilotschulen, die aula im Schuljahr 2016/17 schulweit (!) erproben wollen.