aula Update Call #1 “Ins Gelingen verliebt”

/ Juni 18, 2020/ Neuigkeiten, Schulen/ 0Kommentare

Mehr Netzwerke und Erfahrungsaustausch im Bereich Jugendbeteiligung und politische Bildung zu schaffen ist eines der Ziele, dass wir vom aula Team uns für die nächsten Jahre vorgenommen haben. Nach 5 Jahren praktischer aula Arbeit gibt es bereits eine Fülle an Schulen und anderen Institutionen, die mit aula mehr (digitale) Beteiligung gewagt haben. Grund genug um verantwortliche Akteur*innen nach ihren Erfahrungen zu befragen und ihnen Ratschläge für andere Interessierte zu entlocken. Im ersten aula Update Call unterhält sich Marina Weisband mit 

  • Caroline Treier, Schulleiterin an der ESBZ
  • Dejan Mihajlovic, SMV Beauftragter und Lehrer an der Pestalozzi Realschule Freiburg
  • Naomi Yuval, Schülerin an der Leibnitz Schule Berlin 
  • Ralph Schmidt, stellvertretendem Schulleiter der Willmannschule in Amberg 
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https://www.youtube.com/watch?v=Oxh4IoDpFBE&feature=youtu.be

Wie seid ihr dazu gekommen aula bei euch an die Schule zu holen?

Dejan: Wir haben 2015 diese Ausschreibung gesehen. Da war ich Verbindungslehrer und fand die Idee toll. Ich habe es dann dem Schülerrat vorgestellt, der sofort begeistert war, das Kollegium war anfangs  teilweise begeistert. Dann kam Marina dazu und alle überzeugt. Da unsere Schule sich sowieso schon auf den Weg gemacht hatte in Richtung mehr Partizipation- passte aula da sehr gut rein. 

Ralph: Ich habe ein Interview mit Marina im Deutschlandfunk gehört, das war 2017. Bei uns war Partizipation in der Schule zwar  immer gewünscht, aber lief nicht so richtig an. Darum habe ich das aula Team kontaktiert und nach einem längeren Prozess auf der Suche nach finanzieller Förderung, haben wir dann Unterstützung von OPENION bekommen und

im Letztes Schuljahr, 2918/19 endlich angefangen.

Caroline: Bei uns gibt es aula eigentlich nur, weil es eine hartnäckige Gruppe an Begeisterten gab, die dran geblieben sind und sich nicht haben abbringen lassen von dem Projekt- auch schon bevor ich Schulleiterin wurde. Uns treibt in Verbindung mit aula und Beteiligung die Frage um, wo sind wir schon stark und wie können wir anderen tollen Ideen mehr Raum geben?

Wir möchten daher aulla nutzen um unsere gelebten Werte noch stärker zu verankern. 

Naomi: Ich habe einen Zeitungsartikel über aula gelesen, der mich total angesprochen hat. Ich wollte mich immer beteiligen und einbringen in der Schule,  aber das hat nie geklappt. Ich wurde nie als Klassensprecherin gewählt und daher konnte ich mich nicht an der SV beteiligen. Daher dachte ich man könnte aula an die Schule holen und so könnten sich mehr einfach auch mehr Leute beteiligen.

Zum aktuellen Stand von aula – Part 1: Die Einführungsphase

Naomi und Caroline sind  ja noch im Einführungsprozess- wie läuft es bei euch?

Naomi: Wir haben eine Projektgruppe gebildet, es gab Einfühungsworlshops zum Umgang mit aula für alle Schüler*innen und  alle Zugangsdaten wurden verteilt und Testräume eingerichtet. Leider ist der Prozess auf noch nicht ins rollen gekommen, sondern im stressigen Schulalltag untergegangen

Mein Wunsch wäre, dass Lehrer*innen aula mehr mitbenutzen. Es war eher ein Anstoße aus Schüler*innenschaft und ist daher nicht so präsent bei den Lehrer*innen. Die könnten das Konzept zum Beispiel mehr in den Unterricht einbauen. Aber auch die Projektgruppe könnte mehr Werbung machen um das Projekt bekannter zu machen

Caroline: Wir haben durchaus Herausforderungen bei der Einführung erlebt. Dabei ging es vor allem darum zu sehen welche Akteur*innen an welcher Stelle einbezogen werden müssen. Man muss zuerst herausfinden: Wer sind die Begeisterten? Wer ist zuständig? Wie kann man einen guten Projektplan erstellen?

Ich selbst wurde überzeugt, indem ich an einem Workshop teilgenommen habe bei der Schulleitertagung der Heinrich Böll Stiftung, den das aula Team gegeben hat. Ich war vorher etwas skeptisch was das Projekt angeht. Mit den aula Expertinnen zusammen zu sein und direkt von euch zu hören war für mich eine Inspiration. Generell der direkte Erfahrungsaustausch mit dem Projektteam, aber auch jetzt hier mich euch  ist super hilfreich um zu erfahren was die Gelingensbedingungen sind. 

Ebenfalls wichtig war der Input des Projektteams und die Unterstützung zum aula – vertrag. 

Daran haben wir lange gearbeitet. Weil auch Ängste da sind von Eltern oder anderen Gremien: “Werden durch den Vertrag wichtige Rechte beschnitten? Was bedeutet das für unsere Gremienarbeit”? Da reinzugehen und Chancen herauszuarbeiten war bei uns elementar.  Klar zu machen, dass man nicht die SV oder andere Gremien abschafft, sondern klar wird wie ist das Zusammenspiel.  Dafür ist die gute Zusammenarbeit einer aula Projektgruppe notwendig, die sich regelmäßig trifft. 

Marina (aula): Kurze Erklärung zum Hintergrund: Der “Vertrag” ist die Vereinbarung zwischen den Schüler*innen und der Schulkonferenz, wo festgeschrieben wird welche Kompetenzen auf welche Gremien verteilt werden und an welcher Stelle die SchülerInnen sich direkt über aula beteiligen können 

Zum aktuellen Stand von aula – Part 2: Die Arbeitsphase 

Bei Ralph und Dejan ist der Arbeitsprozess mit aula schon etwas weiter fortgeschritten. Könnt ihr ein wenig erzählen, wie es bei euch lief mit der Einführung?

Ralph: Anfangs haben wir viel analog gearbeitet in den Workshops. Es war wichtig, dass wir uns viel Zeit genommen haben für den Vertrag und die Vorbereitungen, aber auch die Einführungen.Ich hatte zwischendurch gedacht das müsste alles schneller gehen, aber ich bin jetzt froh, dass es so war und insgesamt fast ein Jahr gebraucht hat. 

Als wir dann losgelegt haben und der Vertrag unterzeichnet war und wir die Plattform genutzt haben, haben wir gemerkt, wie viele Ideen von den SchülerInnen reinkommen. Der Prozess der Ideensammlung war schon sehr lehrreich. Einerseits sind wir in der Diskussion über die Ideen sehr viel in den Austausch gekommen in der Schulgemeinschaft mit den SchülerInnen  in den Klassensprecherkonferenzen, in den Klassen und auch im Kollegium  – Andererseits haben wir auch gemerkt, dass es wichtig ist den Ideen der Schüler*innen wirklich Raum zu geben. Anfangs waren kleine Hürden seitens der Schüler*innen da wie “ich weiß nicht wie was geschrieben wird” und als wir dann da unterstützt haben, haben wir als Lehrer*innen gemerkt, dass wir aufpassen müssen uns nicht zu sehr einzumischen und die Ideen dadurch nicht zu verändern.  

Zu den Ängsten bei der Einführung

Caroline: Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass es hilft viel ins Gespräch zu kommen mit der Schulgemeinschaft über unsere Ängste und auch darüber was ist eigentlich die Intention, worum geht es uns? Wie sind die Prozesse, wie sind die Wege einer Idee? Das sich ganz genau anzuschauen und das auszuhandeln und zu diskutieren war sehr wichtig und auch toll zu sehen, was die Schüler*innen für einen Blick hatten für die Details. 

Dejan: Ängste sind normal, die sind immer da- an allen Schulen. Sich Zeit zu lassen ist wichtig um dem zu begegnen und vielleicht zunächst eine Art Probezeit definiert. Das man sagt man probiert aula eine bestimmte Zeitspanne lang aus und wenn sich Ängste nicht bewahrheitet haben dann hängt man weitere Jahre dran. 

Caroline: Diese Probezeit-Strategie finde ich super und kann das nur bestätigen. Etwas ausprobieren und evaluieren und dann auch nochmal nachsteuern,  genauso werden wir es auch machen. Die Botschaft ist “ wir legen uns nicht für die nächsten 5 Jahre fest sondern wir probieren aus wie es mit einem lernenden System funktioniert. Eine weitere Möglichkeit wäre aula erstmal mit einer Pilotgruppe auszuprobieren, vielleicht einer Projektgruppe oder einer  Klasse bei der man weiß die ist “ins Gelingen verliebt” die hat Lust das auszuprobieren, die sammeln ihre Erfahrungen und tragen das wieder weiter. 

Wie geht es euch mit aula in der aktuellen Situation, die immer noch sehr von Home-Schooling und digitalem Arbeiten geprägt ist?

Caroline:  Wir merken jetzt besonders, wie gut das eigentlich geht sich auch digital auszutauschen. Das wird es leichter machen sich mit der aula Projektgruppe zu treffen und sich auch unterstützung zu holen bei Eltern und Pädagog*innen . Die Terminfindung wird so einfach leichter- auch zum beispiel mit Oberstufenschülerinnen, die auch immer sehr eingebunden sind aber eben auch tollen Input haben

Dejan:  Wir haben aula von Beginn der Pandemie an benutzt um Aufgaben an die Schüler*innen zu verteilen. Wir haben die Theme- und Klassenräumen genutzt für die  Kommunikation der Aufgaben, unter anderem auch weil wir keine andere Plattform zur Verfügung hatten, die DSGVO Konform gewesen wäre. 

Wir stellen da jeden Sonntagabend die Wochenaufgaben rein. Am Anfang haben viele Kolleginnen täglich die Aufgaben aktualisiert, mittlerweile ist es so das zum Beispiel die Kernfächer ihre Aufgaben rein stellen und in jeder Woche nochmal eine Nebenfach- Aufgabe dazu kommt. Wie wir Aufgaben stellen hat sich also weiterentwickelt im Austausch mit den Schüler*innen.  Die haben uns gesagt was realistisch ist, was für sie geht und was nicht geht. 

Nachfrage Marina (aula): Naomi, Wäre das auch eine Idee für eure Schule die Corona Krise zu nutzen um aula zu nutzen um auch die Art und Weise des Lernens mitzubestimmen? 

Naomi: Ich glaube es bietet eigentlich eine gute Möglichkeit um Feedback zu geben dazu wie das Lernen zuhause funktioniert und ob die Menge an Aufgaben schaffbar ist. Aber bei uns haben wir bereits “Teams” und “Lernraum” – Software über die wir unsere Schulaufgaben bekommen. Bisher nutzen wir aula dafür nicht, wäre aber eine gute Idee. 

Denn es gab bei uns auch die Möglichkeit mitzubestimmen wie das Lernen zuhause funktioniert und Feedback zu geben. Aber eben nur in der SV. Wir hatten eine digitale SV Sitzung und da haben wir länger darüber diskutiert welche Aufgabenmenge angemessen ist für das Homeschooling und haben daraufhin einen Leitfaden erstellt für die Lehrer*innen mit Empfehlungen welche Menge an Stoff geeignet ist und welche Kommunikationsformate klappen. Aber da wurden eben auch wieder nur SVler*innen einbezogen und nicht die gesamte Schüler*innenschaft. 

Nachfrage Marina (aula): Was braucht ihr damit Schüler*innenbeteiligung in den nächsten Monaten funktioniert. Was wünscht ihr euch?

Naomi: wir brauchen Feedback von den Schüler*innen  aber auch Lehrer*innen, die Rücksicht nehmen, wenn man Aufgaben mal nicht schafft. Das die auch das Feedback ernst nehmen und umsetzen. 

Caroline: Ich glaube das spätestens jetzt ein Zeitpunkt ist, in der alle Schulen sich fragen müssen, wie die Gremienarbeit weitergehen kann und wie man an das Feedback von Schüler*innen aber auch den Eltern herankommt. Denn es ist schwer alle zu erreichen und von allen Rückmeldungen einzuholen. Wir versuchen das gerade mit der SV, aber natürlich stellt sich auch die Frage wie schaffen wir es alle zu erreichen und das die Stimmen,die wir sonst im Alltag erfassen, auch jetzt gehört werden. Da sehe ich eine große Chance für aula als bereits etabliertes Tool. 

Was ich so schön finde an aula, ist dass es so einfach ist. So niedrigschwellig in der Nutzung und nicht kompliziert. Es ist attraktiv aufgebaut und dennoch simpel. Es gibt eine Grundlage und Erfahrungswerte, und ich kenne nichts vergleichbares. Außerdem kann man sich austauschen mit den Schulen, die es bereits nutzen.

Dejan:Ich bin SMV Beauftragter und bilde Verbindungslehrer*innen und Schülersprecher*innen fort und wir beschäftigen uns beispielsweise auch mit dem Thema wie dann nächstes Jahr die SMV Wahlen ablaufen können. Wenn zum Beispiel nur ein Teil der Schüler*innen in der Schule ist, stellt sich die Frage wie sowas umgesetzt werden kann, inwiefern digital und inwiefern aula da auch eine Relevanz haben wird. 

Die Stärke von aula ist neben allen Tools, die es schon gibt ist die Transparenz und das asynchrone Arbeiten. Das man nicht zeitgleich an einem Projekt arbeiten muss, sondern dann wann es für jeden und jede passt und das bei maximaler Transparenz und Beteiligung. Das wird für alle wichtiger werden und kann jetzt schon mit aula geübt werden. In dem Kontext, wenn ich mir etwas für die Software wünschen darf, es wäre toll noch eine Chatfunktion und beispielsweise sowas wie Umfragen einzubauen. 

Was wünscht ihr euch noch für weitere Funktionen für die aula Plattform und App ?

Ralph: Mir sind ein paar Kleinigkeiten aufgefallen. Zum Beispiel wäre  es schön wenn man die Stimmabgabe bei der Abstimmung deutlicher machen würde. Weil im letzten Schuljahr haben einige vor Begeisterung doppelt auf “dafür” abstimmen geklickt und so ihre Stimme wieder zurückgenommen. Hier könnte man einfach deutlicher oder größer darstellen, dass die eigene Stimme zählt – auch nochmal aus meiner Sicht aus einer Förderschule. 

Dejan: Ich habe es gerade mal parallel getestet und festgestellt,  es gibt ja jetzt auch die Möglichkeit für Verlinkungen. Das müsste ich mir nochmal genauer anschauen wie das funktioniert mit der Weiterleitung der Links – aber das ist für mich ein Potential, dass vielleicht noch nicht ausgeschöpft ist. Das man in der gemeinsamen Projektarbeit die Möglichkeit hat in aula auf externe pads zu verlinken- dann braucht man im Prinzip die Chatfunktion auch nicht, wenn das reibungslos funktioniert. 

Naomi: Was einfacher wäre in der Benutzung, wenn man in der App dauerhaft angemeldet bleiben könnte und man sich nicht immer wieder neu anmelden müsste. 

Und außerdem ist die Ladezeit oft relativ lang- wenn man eine Idee eingegeben hat und sich dann nochmal die Übersicht anschauen möchte. Das ist manchmal etwas demotivierend. 

Marina: Zum Thema Chatfunktion – eine native Chatfunktion in der App selbst ist sehr teuer und wir haben da bisher andere Features vorgezogen. Wir hören aber immer, dass es die Arbeit mit aula erleichtern würde wenn es einen Chat gäbe. Von daher haben wir das jetzt auch auf der Agenda und brauchen dafür noch entsprechende Gelder. 

Ansonsten kann ich noch von unserer Seite das Update geben, dass unser Entwicklerteam gewachsen ist. Es gibt neue Update und viele Bugs sind inzwischen gefixt. 

Wie wichtig ist im Anschluss an dieses Gespräch Vernetzung und Austausch von aula Schulen? 

Naomi: Ja ich finde das gerade mega informativ und habe ganz viele Anregungen mitgenommen wie man aula benutzen kann und auch wie man aula jetzt im Homeschooling nutzen kann. So einen Austausch finde ich total motivierend und informierend und super. 

Ralph: Ich kann mich da nur anschließen. Die Rückmeldungen von euch sind wichtig und ich bin gern bereit für weitere Gespräche. 

Caroline: Ich finde das auch toll, Erfahrungslernen ist immer super. Es inspiriert mich und motiviert mich und ich nehme nochmal einen Schwung an Motivation mit merke ich gerade für die Pilotphase. Ich habe gerade beschlossen, ich werden nochmal  auf die Schüler*innen und Schüler zuzugehen und  vorschlagen noch vor Ende des Schuljahres etwas in Gang zu bringen in Bezug auf aula und auch ein Zeichen zu setzen. 

Dejan: Also bei uns gab es auch seitens der Schülerschaft den Wunsch zum Austausch. Wir haben halt bisher einfach nicht daran gedacht, dass so etwas in diesem Videokonferenz Setting möglich ist. Da ist auf jeden Fall Potential. Auch wie Caroline und Naomie gesagt haben zur gegenseitigen Inspiration und Unterstützung bei Problemlösungen. Und ich würde mir da noch gemischtere Runden wünschen, mit mehr Schüler*innen. 

Was würdet ihr Schulen raten, die aula einführen möchten? 

Caroline:  Wir unterschätzen permanent das Potential und die Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen. Jeden Tag erfahren sie zwischen 6 und 8 Stunden Schule. Einzelne Stunden, pausen. Sie kriegen am intensivsten mit was gelingt.Dieses Know How und das Wissen haben wir gar nicht. Diesen Erfahrungsschatz können wir noch ganz anders bergen glaube ich. Und dadurch dann auch Schüler*innen noch besser dabei unterstützen ihre Ideen umzusetzen, sich zu vernetzen und gemeinsam an Themen zu arbeiten. 

Naomi:  Auch wenn der Prozess bis aula wirklich läuft wirklich aufwändig und intensiv ist und auch lange dauert manchmal, sollten sich Schulen davon auf keine Fall abschrecken lassen. Weil es wirklich so eine tolle Idee ist und so ein gutes Mittel wirklich eine breite Menge an Schüler*innen die Beteiligung zu ermöglichen. Dafür lohnt sich einfach der Arbeitsaufwand. 

Dejan:  Aula ist ein gutes Format um Komplexität zu begreifen und zu erfahren, besonders im Hinblick auf demokratische Prozesse. Ich hatte immer wieder Schüler*innen in den letzten Jahren, die bisher keine Erfahrung mit Schülervertretung hatten und die immer die Vorstellung hatten “Ich wünsch mir was und dann wird es umgesetzt und es ist dann da.”. Wenn sie dann mal selbst eine Idee eingebracht haben und mitbekommen welches Wissen man sich aneignen muss, welche unterschiedlichen Perspektiven da beachtet werden müssen, angefangen von rechtlichen Fragen wie Brandschutzverordnungen über finanzielle und ökonomische Themen bis hin zu den Aushandlungsprozessen der verschiedenen Interessens- und Altersgruppen sehen die Schüler*innen wir unfassbar komplex so eine Entscheidung und so ein Konsens ist. Das ist für Demokratiebildung unglaublich wichtig und etwas das aula bieten kann glaube ich. Das sie diese Erfahrung im späteren Leben transferieren können auf politische Prozesse. Das sie wissen, es geht nicht um “schwarz” oder “weiß” oder “schlecht” oder “gut” sondern es ist immer komplex ist. 

Ralph: Sich Zeit lassen und es nicht zu schnell umsetzen wollen. Sich mit anderen Schulen austauschen, und sich von euch die Unterstützung aus dem Team holen. Für uns war das sehr hilfreich.  Außerdem kann ich noch den Rat mitgeben sich als Lehrende durchaus zurückzuhalten und nicht jede Idee gleich zu bewerten. Das ist ein sehr spannender Prozess für Schulen gesamt sich auch für die Vorschläge von Schüler*innen zu öffnen. 

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