aula in Berlin- wie eine Schülerin das Projekt an ihre Schule brachte

/ Februar 25, 2020/ Allgemein/ 0Kommentare

Naomi geht in die 11. Klasse der Leibniz Schule in Berlin Kreuzberg. Vor über 2,5 Jahren schrieb sie dem aula Team eine Mail, in der sie ihr Interesse am Projekt zum Ausdruck brachte. In ihrem Bericht schildert sie ihre Erfahrungen mit aula von der ersten Anfrage bis zur Umsetzung des Beteiligunskonzepts an ihrer gesamten Schule.

aula am Leibniz – Wie alles begann

Im August 2017 las ich in einem Zeitungsartikel über das Beteiligungsprojekt aula. Ich war damals Anfang 9. Klasse und nicht in der Schülervertretung (SV). Allerdings wollte ich immer gerne in die SV, um mich zu engagieren und um etwas an der Schule zu verändern. In die SV kamen aber immer nur die zwei Klassensprecher*innen, dieses Amt bekam ich leider nie. Von offenen SV-Sitzungen und externen Projektgruppen wusste ich auch nichts. Als ich dann den Zeitungsartikel über aula gelesen hatte, wollte ich das Projekt unbedingt an unserer Schule haben, damit die Schüler*innen mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten bekommen und Verbesserungen an der Schule durchsetzen können.

Ich schrieb dem aula-team eine kurze Mail. Das aula-Projekt wurde zu dem Zeitpunkt gerade an vier Pilotschulen bundesweit getestet. Neue Schulen waren eigentlich erst im nächsten Schuljahr vorgesehen, obwohl es schon viel Interesse an dem Projekt gab. Ich sollte trotzdem schon Mal versuchen, ein paar weitere Schüler*innen für das Projekt zu begeistern und eventuell eine Projektgruppe bilden.

Bewerbung als Schulsprecherin

Dann gab es an meiner Schule die Möglichkeit, sich in das 4-köpfige Schulsprecher*innen team wählen zu lassen, ohne in der SV zu sein. Dazu müsste man eine Bewerbungsrede vor allen Schüler*innen halten. Ich sprach davon, aula an die Schule zu holen, um mehr Demokratie in den Schulalltag zu bringen. Und ich wurde gewählt! Als erstes sprach ich mit dem Förderverein unserer Schule um eine finanzielle Unterstützung zu bekommen. Aula suchte auch nach externen Sponsoren und Förderen. Danach habe ich mit anderen Schüler*inne die Möglichkeiten von aula in verschiedenen Gremien der Schule vorgestellt. Als Schulsprecherin hatte ich regelmäßigen Kontakt zur Schulleitung, die sich sehr positiv über aula aussprach.

Kontroverse Ansichten über aula

Als nächstes stellte ich aula in der Schulkonferenz vor, wir bekamen Unterstützung, aber auch Kritik. Ein Lehrer war gegen die Einführung von aula, weil das Projekt seinem Schwur auf die freiheitlich-demokratischen Grundordnung widerspräche. Denn das Projekt sei basisdemokratisch, unsere Grundordnung enthielte aber eine repräsentative Demokratie. Andere Lehrer*innen unterstützen aber die Einführung von aula. Es gab nämlich eine Digitalsierungsgruppe die sich für die Nutzung von digitalen Angeboten für alle Schüler*innen, einsetzten. Zu deren Vorstellung von Schule passte aula sehr gut dazu. Die Schulkonferenz beauftragte die Direktorin außerdem, in ihrem Namen den aula-Vertrag zu unterzeichnen.

Finanzielle Förderung und ein verzögerter Start

Aula erhielt bald eine Förderung von “stark gemacht!”, dem Jugend-Demokratiefonds Berlin, von der auch unsere Schule profitierte und das aula-Projekt am Leibniz bezahlt werden konnte. Zudem bildeten wir eine aula-Projektgruppe aus Schüler*innen und Lehrer*innen. Als Projektgruppe arbeiteten wir den aula – Vertrag aus und legten ihn der Schulleitung vor. Doch hier gab es ein kleines Problem, die Schulkonferenz hatte uns ein Jahr als Testphase für aula gegeben. Da die Ausarbeitung des Vertrages aber so lange dauerte, mussten wir mit aula ein weiteres Mal zur Schulkonferenz. Erst danach konnte unsere Direktorin den aula-Vertrag unterschreiben. Als Projektgruppe wurden wir in aula eingeführt und als Moderator*innen ausgebildet.

Das alles dauerte auch noch mal etwa ein halbes Jahr. Deswegen fingen wir erst im Schuljahr 19/20 mir der Planung und Durchführung von aula-Workshops für die Klassen an. In diesen erklärten wir wie aula funktioniert, also wie Ideen hochgeladen, geliked, verbessert und gevoted werden können. Die Schüler*innen konnten das alles selbst in Testräumen ausprobieren, die im Nachhinein dann wieder gelöscht wurden. Außerdem erhielten alle Schüler*innen ihre Zugangsdaten für die Nutzung von aula. Es gibt einen Schulraum für Ideen die die ganze Schule betreffen und einen Klassenraum für Ideen innerhalb der Klasse. In den ersten Tagen wurden schon viele Ideen gepostet, doch es wurden leider immer weniger. Aula ist im Schulalltag etwas untergegangen, weshalb wir als Projektgruppe nun damit beschäftigt sind aula wieder bekannt und präsent zu machen. Dazu haben wir ein How-to-aula Plakat in der Schulaula aufgehangen. Außerdem haben wir eine aula-Woche durchgeführt, in der wir eine Woche jeden Tag mit Laptops in der Schulaula waren. So konnten sich die Schüler*innen neue Passwörter holen, da diese oft vergessen wurden. Zugleich konnten vor Ort Ideen gepostet werden.

aula aktuell: Beteiligung ist ein Prozess

Das Projekt läuft jetzt seit einem halben Jahr, doch obwohl wirklich eine Menge Ideen gepostet wurden, hat es bis jetzt keine Idee geschafft in die nächste Phase, die Ausarbeitung, zu gelangen. Es fehlt leider immer noch ein aktiver Gebrauch von aula seitens der Schüler*innenschaft. Aber auch die Lehrer*innen könnten aula (mehr) in ihren Unterricht einbeziehen. Trotz Komplikationen und Schwierigkeiten bei der Einführung von aula finde ich die Idee, etwas an der Schule verbessern zu können , egal ob Sv-ler*in oder nicht, super. Wir müssen immer weiter auf aula aufmerksam machen, es ist ein fortwährender Prozess.

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