aula Berlin – So wächst Verantwortung

/ August 26, 2019/ Berlin, Neuigkeiten, Schulen/ 0Kommentare

Seit August 2018 betreuen wir 6 Berliner Schulen bei der Integration von aula. Wie schon im ersten Blogbeitrag beschrieben, können wir bei der Begleitung der Schulen kein vorgefertigtes Konzept anwenden. Für jede Schule arbeiten wir ein komplett neues, individuelles Konzept aus, das aula an die eigenen Möglichkeiten anpasst. aula Berlin ist für uns Neuland und Experimentierfeld für Beste Practice Beispiele zugleich.

Wer schult hier eigentlich wen?

Doch noch einen Schritt zurück. Etwas an unserem Konzept für die Berliner SchülerInnen ist neu und grundlegend anders als in der Pilotphase. Eine Projektgruppe, bestehend auf SchülerInnen, Lehrkräften und teilweise Sozialarbeitenden, wird zu MultiplikatorInnen ausgebildet, um aula an ihre MitschülerInnen und das Kollegium weiterzuvermitteln. Der peer-to-peer-Learning Ansatz soll das Verantwortungsgefühl für das Projekt und letztendlich für die eigenen Belange der SchülerInnen von Anfang an unterstützen. Zugleich ist die Gruppe aus Freiwilligen maßgeblich in die Integration und Organisation des Beteiligungsansatzes involviert und dabei mit den mitarbeitenden Lehrkräften auf einer Hierarchieebene. Wenn ein Projekt, das für SchülerInnen gemacht ist, an die Schule kommt, verstetigt es sich am besten, wenn die SchülerInnen es selbstständig betreuen. 

Die Ausbildung der MultiplikatorInnen beinhaltet, dass wir uns mit der Projektgruppe einen Plan überlegen, wie das Konzept von aula und insbesondere die Nutzung der Plattform an die SchülerInnen und LehrerInnen weitervermittelt werden soll. Neben unseren Einführungs-Workshops fanden bei den Schulen einige Treffen der Projektgruppen statt, um weiter in die Planung zu gehen. Es waren noch einige Dinge zu regeln, wie die Festlegung der Vertragsinhalte, die Absegnung des Vertrags von der Schulkonferenz und die Aufgaben der aula-ModeratorInnen.

Was es heißt, die gesamte Schule zu aktivieren

Die Leibniz Schule liegt Mitten im quirligen Kreuzberg zwischen Bergmannkiez und Gneisenauer Straße. Das aula-Projekt wurde von der Schülerin Naomi an die Schule gebracht, die uns kontaktierte und das Ganze zum Rollen brachte. Sie war natürlich auch Teil der engagierten Projektgruppe, die nun maßgeblich dafür verantwortlich ist, aula an der Schule zu integrieren.

Jeweils zwei Personen der Projektgruppe nahmen sich vor, selbstständig jede Klasse einzeln in den Umgang mit aula einzuführen. Mit maßgeblicher Unterstützung der betreuenden Lehrkraft erwirkte die Projektgruppe die Freistellung jeder Klasse. Jeweils 3 Schulungen sollten pro Block parallel laufen. Die Bedingung der Schulleitung war dabei nur, dass die Befragung zur Schulinspektion in den Schulungen untergebracht werden müsse.

Bei der inhaltlichen Gestaltung der Schulungen war es der aula-Projektgruppe besonders wichtig, ihren MitschülerInnen zu vermitteln, wie hilfreich aula für den Austausch über Ideen ist und wie es die Mitbestimmung an der Leibniz voranbringen könnte. So wird z.B. der gesamte Beteiligungsprozess, von der wilden, bis hin zu einer umsetzbaren Idee, auf der aula-Plattform für alle AkteurInnen transparent gemacht und strukturiert. Doch was bei der Nutzung digitaler Lösungen immer stark bleiben muss, sind physische Treffen, in denen man sich austauscht, diskutiert und zusammen arbeitet. Zwar verändert sich mit aula die Kultur der Beteiligung, das Konzept unterstützt dabei jedoch auf vielfältige Weise das, was Aktivismus in der Lebenswelt der SchülerInnen ausmacht.

aula als wöchentliche AG

Ein etwas anderer Fall ist die Moser Schule in Berlin Charlottenburg. Die Moser Schule ist ein bilinguales deutsch-französisches Gymnasium, das 300 SchülerInnen in den Klassenstufen 5-12 besuchen. Die private Schule ist eng verbunden mit den Schweizer Partnerschulen in Genf und Nyon sowie im französischen Paris und organisiert regelmäßig Austausche dorthin. Ein besonderes Merkmal der Schule ist zudem, dass sie digitale Medienbildung stark fokussiert und die Jugendlichen in einem kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit Informationstechnologien schult.

Bei der Diskussion um die Verstetigung des Projektes wurde der Vorschlag eingebracht, eine aula-AG zu gründen. Gesagt, getan: Die SchülerInnen des Gymnasiums können nun aus dem vielseitigen Angebot die aula-AG – unter dem inoffiziellen Titel “Mitbestimmung voranbringen” – wählen! Nach den Einführungsworkshops mit uns trifft sich die von uns ausgebildete Projektgruppe nun wöchentlich. aula-Themen, die an anderen Schulen in selbstorganisierten Treffen besprochen werden, bekommen hier einen festen Platz in der Woche. Besonders in der Vorbereitung des Beteiligungsprozesses macht sich dies gut, da kontinuierlich und ohne großen organisatorischen Aufwand an den Aufgaben gearbeitet wird. Somit konnte die Projektgruppe ein großes Kick-Off-Event planen, bei dem die gesamte Schule in 2 Blöcken in aula geschult und die aula-App ausprobiert wird. Geplant ist dies für die Wochen kurz nach den Herbstferien.

Für die Zeit nach dem offiziellen Start der Beteiligung wird die AG als Plattform für den Austausch der ModeratorInnen dienen. Die Aktivität auf der Plattform wird beobachtet und moderiert und es werden weitere Maßnahmen entwickelt, um z.B. die Beteiligung in einzelnen Klassen anzuregen. Weiter ist die AG Anlaufstelle für alle SchülerInnen, die Fragen rund um aula haben.

Mit viel Engagement und Begeisterung haben die Projektgruppen Großes geleistet, um die Mitbestimmung an ihren Schulen zu stärken. Gemeinsam ist den Schülerinnen, SozialarbeiterInnen und LehrerInnen, dass sie sich ein größeres Bewusstsein für mögliche Partizipation in ihrem Lebensumfeld wünschen. Das aula-Projekt wird vieles verändern und wir sind unendlich gespannt, wie es weitergehen wird!

Dank einer Förderung des Programms STARK gemacht! des Jugend-Demokratiefonds der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlins, können wir  aula in Berlin umsetzen

Stark gemacht!

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