aula Berlin – Beteiligung in der Schule neu gedacht

/ April 29, 2019/ Berlin, Neuigkeiten, Schulen/ 0Kommentare

Im August 2018 startete unser Projekt “aula nach Berlin”. Wir haben 6 interessierte Berliner Schulen ausgewählt, die seit dem Schuljahr 2018/19 mit der Unterstützung von unserem Team zu aula-Schulen werden sollen. Viele der Teilnehmenden unserer Schulungen konnten bereits Erfahrungen in der Projektarbeit sammeln und erkennen die außerschulischen Angebote als Mehrwert. Hierzu ist jedoch zu sagen: Zwar ist das Engagement der Schulleitung und der Lehrkräfte eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Integration von aula, der Motor und die entscheidende Bedingung für die Aktivität durch und mit aula, liegt jedoch einzig und allein bei der Bereitschaft der Schülerschaft selbst. Aber nun wieder zum Anfang unserer Berlin Story…

Neues Konzept: Ausbildung von Schul-MultiplikatorInnen

Pro Schule werden 8-10 Schülerinnen und Schüler sowie jeweils 1-2 Lehrkräfte bzw. SchulsozialarbeiterInnen geschult. Insgesamt 58 Schülerinnen und Schüler und 19 Lehrkräfte sowie SchulsozialarbeiterInnen nehmen aktuell am Projekt teil.

In drei Workshops sollen die Teilnehmenden lernen, wie aula eingesetzt wird und wie sie das Konzept in einem “peer to peer Learning Verfahren”an ihre MitschülerInnen und die Lehrerschaft vermitteln. Im ersten Workshop reflektierten wir gemeinsam mit den Teilnehmenden wie Beteiligung an ihrer Schule aktuell praktiziert wird. Diese Frage versetzte die SchülerInnen in einen regen Meinungsaustausch. Die Ansichten der Einzelnen sind hier sowohl innerhalb der Workshop-Gruppe als auch von Schule zu Schule sehr unterschiedlich. Die Möglichkeiten der Beteiligung im Schulraum werden oft als gut eingeschätzt, jedoch als zu wenig wahrgenommen. Gut heißt in jenen Fällen, dass weitere Angebote neben der SchülerInnenvertretung (SV) existieren und Formate der Mitbestimmung angeboten oder selbst gegründet werden. So gibt es an der Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule neben dem wöchentlichen Morgenkreis eine SV-AG für SchülerInnen, die sich an Entscheidungsprozessen der Schule beteiligen möchten. In der Evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ) haben sich verschiedene SchülerInnen-Initiativen und Gremien gegründet, die eigene Projekte verwirklichen. Trotz dem bestehenden Angebot stellt sich die Projektarbeit außerhalb des Unterrichts immer noch größtenteils als Sache der SV dar und wird von anderen SchülerInnen wenig wahrgenommen und verfolgt.

Der Ansatz von aula möchte die gelebten Beteiligungsstrukturen an den Schulen stärken und darüber hinaus einen neuen, niedrigschwelligen Raum schaffen, um sich außerhalb von Gremien für eigene Belange einzusetzen. Auch wenn es zuvor nicht geplant war, hat es sich bei den meisten Schulen ergeben, dass hauptsächlich Mitglieder der SV und darunter auch die SchülersprecherInnen an der Ausbildung zu MultiplikatorInnen teilnehmen. Dies kann von Vorteil sein, da sie mit den Beteiligungsprozessen an ihrer Schule vertraut sind und durch die SV-Arbeit bereits Erfahrungen in der Zusammenarbeit haben.

Jede Schule ist anders

Im zweiten Workshop diskutierten wir wie aula in das bestehende Beteiligungssystem integriert werden kann. Welche Entscheidungen müssen weiterhin von der Schulkonferenz abgesegnet werden? Die Auseinandersetzung mit den Aufgabenbereichen der Gremien ist dabei ebenso wichtig, wie ein Verständnis vom Verlauf der Entscheidungsprozesse und der Informationswege im Schulsystem. Die Verständigung über Handynutzungsregeln, die Diskussion über ein mögliches Stimmrecht von Lehrkräften und das Für und Wider der Stimmdelegation, sind nur einige der in den Workshops besprochenen Themen.

An der ESBZ wurde eifrig darüber debattiert, wie die Beteiligung auf aula angeregt werden kann. Die Idee war hier, dass alle Stimmen einer Klasse zunächst bei der Klassensprecherin oder dem Klassensprecher liegen. Um teilzuhaben muss die Stimme aktiviert werden, indem sich die Person einloggt und ihre Stimme zurückholt. Somit gehen während des Beteiligungsprozesses keine Stimmen durch inaktive SchülerInnen “verloren”. Und zuvor uninteressierte SchülerInnen könnten im Falle einer Abstimmung, an der sie sich nicht beteiligt haben, neugierig auf Teilhabe werden.

Weiter beleuchteten wir gemeinsam mit den TeilnehmerInnen welche Aufgaben auf die aula-ModeratorInnen zukommen. Wie wird mit Regelverstößen auf der Plattform umgegangen und welche Form des Online- und Offline-Supports bietet sich für die Schule an? Außerdem wurden die Teilnehmenden im zweiten Workshop das erste Mal auf aula selbst aktiv. Sie durchliefen mögliche Szenarien, die während des Beteiligungsprozesses aufkommen können und lernten die Funktionen und Möglichkeiten von aula und der Plattform besser kennen. Im Rahmen von aula Berlin und allen anderen aktuellen Projekten, bei denen wir viel Rückmeldung zur Plattform bekommen, entwickeln wir die Software organisch weiter.

Wie geht es weiter?

Im Laufe des Projekts hat sich herausgestellt, dass eine weitere Betreuung der Pilotschulen notwendig ist um eine dauerhafte und nachhaltige Nutzung des Konzepts zu gewährleisten. So planen wir mit einigen Schulen Auffrischungs-Workshops nach den Sommerferien, um das Integrationskonzept von aula zu finalisieren und bei der Planung einer Kick-off-Veranstaltung zu unterstützen.

Dank einer Förderung des Programms STARK gemacht! des Jugend-Demokratiefonds der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlins, können wir  aula in Berlin umsetzen

Stark gemacht!

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